Häufig gestellte Fragen (FAQ)
© K. Wesemann 2001

über das leidliche Algenproblem.

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8.1) Ursachen

 

8.1.2) Nährstoffüberangebot

8.1.3) Lichtangebot

 

8.2) Gegenmaßnahmen

 

8.2.1) Pflanzen rein

8.2.2) Nährstoffe raus

8.2.3) optimale Bedingungen bieten

8.2.4) Mittagspause

8.2.5) Röhrenwahl

8.2.6) biologische Bekämpfung

8.2.7) chemische Bekämpfung

 

8.1) Woher kommen die Algen?

DAS ist eine richtig gute Frage. Aus dem Nichts können sie ja nicht kommen. Aber scheinbar ist fast jedes Wasser mit Algensporen versetzt, welche nur darauf warten

in ein wachstumsförderndes Medium zu gelangen. Da Algen zumeist etwas anspruchsloser sind, als die höheren Pflanzen, ist ein für Pflanzen eingerichtetes Becken

natürlich für die Algen erst mal ein Schlaraffenland

Die Puristen werden sagen "In meinem Becken hat keine Alge was zu suchen", aber ich sehe das nicht soo eng.

Leichte Algenbildung ist sicherlich kein Grund für Haarausfall, nur sollte es nicht überhand nehmen.

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8.1.2) Zu viele Nährstoffe

sind EINE Ursache für Algenbildung bzw. eine Algenplage. Hervorgerufen wird so etwas durch:

a) massiven Überbesatz (leiderleiderleider immer noch ein häufiges "Vergehen"). Die Fische produzieren einfach zu viele Abfallstoffe, die im weiten Sinne ja Nährstoffe für die Pflanzen sind

b) Überdüngung. Nach dem Motto "Viel hilft viel" den Dünger überzudosieren ist auch immer noch anzutreffen.

c) "vergessener" Wasserwechsel ist wohl neben a) die häufigste Ursache für zu viele Nähsalze im Becken

d) einfach nur üble Wasserwerte aus der Leitung. Hoher Phosphat und Nitratgehalt in Leitungswasser (z.B. durch Düngung in der Landwirtschaft)

 

Die Hauptverursacher "scheinen" erst mal das Nitrat- und das Phosphat-Ion zu sein. Diese 2 sind mit Handelsüblichen Reagenzien (Tests) bestimmbar.

Verschlampter WW erzeugt steigende NO3 und PO4 Werte, da durch das Futter ständig diese Stoffe durch die Fischausscheidungen produziert werden,

und sich anreichern. solange die Werte aus der Leitung niedriger liegen, kann man durch häufigen WW diese Werte niedrig halten.

Ansonsten muss anders eingegriffen werden. s.u.

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8.1.3) Die Beleuchtung

da bin ich nicht so firm, aber sie spielt mit Sicherheit eine Entscheidende Rolle beim Algenkampf. 

Alte, verbraucht Leuchtstoffröhren, solche mit falschem Lichtspektrum oder eine zu lange Beleuchtungsdauer können Algen schnell die Überhand gewinnen lassen.

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8.2) Gegenmaßnahmen

sind: die Bedingungen für Algen verschlechtern, und die für Pflanzen verbessern. Hört sich simpel an, ist's eigentlich auch (manchmal)

Hier nun einige anerkannte Maßnahmen gegen Algen:

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8.2.1) Pflanzen rein

Eine Möglichkeit der Algen Herr zu werden ist es, reichlich(st) Pflanzen einzubringen, die schnell wachsen. 

Als da wären das beliebte Hornkraut, oder die Wasserpest.

Diese verbraten beim Wachsen sehr viele Nähstoffe, die dann nicht mehr von den Algen genutzt werden können.

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8.2.2) Nährstoffe raus

geht folgendermaßen:

a) durch Pflanzen

b) häufigen Wasserwechsel

c) durch "Wasseraufbereitung". Beispielsweise Osmoseanlage oder Ionentauscher (siehe Wasser- und TechFAQ). dabei werden dann unerwünschte Stoffe entfernt

   will sagen: das Wasser vor dem Wechsel wird entsprechend "gereinigt" und kann somit die Salzkonzentration verdünnen. der Einsatz von Tauschern oder Osmoseanlagen

   im Direktbetrieb am Becken ist nicht ganz unproblematisch

d) Denitrifikation. Als solches wird der biologische Abbau von Nitrat zu Luftstickstoff bezeichnet. 

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8.2.3) Pflanzenbedingungen optimieren

heißt so viel wie: Fördere den Pflanzenwuchs, und hemme dadurch den Algenwuchs. (siehe auch in der Pflanzen FAQ, die [bald, vielleicht, gar nicht] kommt)

dazu gehört: Einbringung von CO2 als Pflanzennahrung Nummer 1, einen abgestimmten Dünger der auch die benötigten Spurenelemente enthält, in geeigneter Dosierung 

einbringen, (ich kenne 2 sehr gute Systeme. Eines einer Firma mit D, und eines von einem Doktor mit K)

und die Beleuchtung auf den Pflanzenwuchs ausrichten.

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8.2.4) Mittagspause

was sehr oft empfohlen wird, und bei mir sehr viel gebracht hat, ist eine Mittagspause bei der Beleuchtung.

dabei sollte die Beleuchtung nicht 10 oder 12 Stunden am Stück an sein, sondern durch etwa 3-5 Stunden Pause unterbrochen werden.

Etwa morgens 5 Stunden an, 4 Stunden Pause, und wieder 5 Stunden an. (wird dann als 5-4-5 Beleuchtung angegeben)

lässt sich durch eine Zeitschaltuhr für rund 20 Märker. (haben eh die meisten installiert) realisieren.

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8.2.5) Dreibandenröhren

diese "neuen" modernen Leuchtstoffröhren bieten angeblich (!) ein für Algen ungünstiges Spektrum, und hemmen so die Bildung.

Andererseits ist deren Spektrum dem Pflanzenwuchs zuträglich. Sie sollen also eine doppelte Wirkung gegen Algen haben.

Scheint aber ein eher durch die Werbung verursachter Glaube zu sein. (Wie bei den Lorenz'schen Gänsen: Was man als erstes hört, glaubt man auch [fast] sein ganzes Leben Lang)

Schaut euch mal das Wachstumsspektrum von Algen an, und denkt selber nach

Aber auf jeden Fall sind die Dreibandenröhren den älteren Modellen in punkto Lichtausbeute und Haltbarkeit deutlich überlegen. daher sollte man sie schon bevorzugen.

Diese gibt es in unterschiedlichen "Lichtfarben" und Preislagen im Handel. Siehe auch die Homepage von Robert Miehle dazu

Beim Thema Lichtausbeute fällt mir noch ein:

Setzt mal die (polierten Aluminium-) Reflektoren auf, die es im Handel gibt. Schon klasse, was die an zusätzlicher Ausbeute ins Becken lenken.

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8.2.6) Helferlein

es gibt auch eine Reihe von Aquariumbewohnern, die durch unermüdlichen Einsatz dem Algenbefall zuleibe rücken.

als erstklassige Algenvertilger haben sich erwiesen:

die Ohrgitterharnischwelse (Ottocinclus), sind "putzige" friedliche Schwarmfische

Amanogarnelen (Caridinia japonica) , auch sie sollten im Schwarm gehalten werden.

Apfelschnecken (Ampullaria)

Rennschnecken (Neritina), die ihren Namen wirklich NICHT verdienen.

siamesische Rüsselbarben (Chrossocheilus siamensis). Erstklassige Algenfresser, werden aber große unverträglich Rüpel.

        Achtung, nicht zu verwechseln mit der schönflössigen Rüsselbarbe,
        Epalzeorhynchos kalopterus, die nur große unverträgliche Rüpel
        werden, ohne Algen zu fressen

Lebendgebärende Zahnkarpfen (Guppies, Schwertträger Mollies usw.), zupfen gerne die längeren Algen ab.

diverse Harnischwelse, z.B. der Zierbinden-Zwergschilderwels; Peckoltia vittata ( NICHT der Hypancistrus zebra! der frisst keine Algen) 

wobei die großwerdenden Arten (Panaque, Wabenschilderwels usw.) mit zunehmendem Alter auch die Pflanzen vertilgen.

Küssende Guramis (Helostoma temminckii) sollen auch gut was wegraspeln und für die Salmlerfreunde:

den La Plata-Algensalmler "Parodon affinis" (soll allerdings schwer zu kriegen sein)

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8.2.7) Einsatz von chemischen Mitteln

die meisten (mir bekannten) Anti-Algenmittel enthalten Kupfersalze.

Algen vertragen scheinbar kein Kupfer. Allerdings vertragen auch die meisten Welse und Garnelen keines!

In der NG wird vom Einsatz solcher Mittel STRIKT abgeraten

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