Ein Rückblick auf das erste Aquaristikjahr!

Da kam doch ein Posting am 29.12. das so hoffentlich nicht im Datennirvana verschwindet, sondern für alle zugänglich bleibt:

Hallo NG!

Ihr müsst das nicht lesen, ich habe gerade einen kleinen kreativen Anfall,
den lasse ich jetzt an Euch aus...;-)
(ja, is klar. da liest ja keiner mehr weiter! die red.)
Der neue Job im Februar brachte es mit sich, dass ich öfters an einem
Schreibtisch saß, auf dem ein kleines 60l-AQ stand. Mit der Zeit ertappte
ich mich dabei, daß ich immer öfter in das Becken starrte und feststellte,
das Fische eigentlich gar nicht so langweilig sind, wie ich immer dachte.
Vor allem der Wels hatte es mir angetan.
Eine Anfrage bei der vermeintlich besseren Hälfte ergab, daß er nichts gegen
ein AQ einzuwenden hätte.
Soeweit, so gut. Ich beschloss, mir erstmal ein paar Bücher zuzulegen und
verließ mich bei Amazon auf die Kundenwertung, was wohl eine gute Idee war.
Das gekaufte Buch räumte schnell mit der
"Klappe-auf-Wasser-rein-Fisch-rein"-Denke auf, und ich bekam gehörigen
Respekt vor der ganzen Chemie, die hinter der Aquaristik steckt. Das hatte
ich doch nach der 12. Klasse abgewählt...;-)
Also standen in nullkommanichts sieben Bücher über Aquaristik im Regal, und
durch eine ebay-Ersteigerung eines Buches lernte ich ein Aquarianerin
kennen, die mir einige gute Tipps geben konnte.
Anfang April war es dann soweit! Ich zog mit meinem Freund los zu einem
Tierzubehörladen, in der festen Absicht, eine 80cm-AQ-Kombination zu kaufen
und nicht mehr als 700,- DM für alles auszugeben. Schließlich hatte ich
schon 200,-- DM für eine Umkehrosmoseanlage bezahlt. (auf die Frage der oben
genannten Aquarianerin nach meinen Wasserwerten kam: "Poltert es bei Euch,
wenn Du den Wasserhahn aufdrehst????").
Zwei Stunden später bekam ich ein 1,20 m-Panoramabecken geliefert und war
mit Zubehör und Pflanzen gut 1500,-- DM ärmer. Außerdem wurde ein Regal
ausquartiert, das leider neben dem AQ keinen Platz mehr hatte...
Wir brauchten das ganze Wochenende, um das Becken zu füllen. Wenn auf der
Osmoseanlage "90l am Tag" steht, sind das eben auch nur 90l in 24 Stunden.
Um das Wasser auf 8°dGH zu drücken, brauchte ich für das Aquarium 144l
Osmosewasser und 96l Leitungswasser...das hieß warten.
Warten sollte sich auch als Tugend Nr. 1 in meinem neuen Hobby
herausstellen.
1. Warten auf den Nitritpeak. Da ich keinen Filterschlamm zum Animpfen
hatte, mußte es halt so funktionieren. Der Peak kam und war gewaltig. Ich
dachte schon, ich würde nie Fische bekommen.
2. Warten, daß die Algen wieder verschwinden....sie verschwanden _alle_
wieder, bis auf wenige Fragmente, ohne mehr zu tun als Antennenwelse
einzusetzen und Algen abzusammeln.
3. Warten, daß meine armen kleinen Welse wieder gesund werden. Duch zu
schnelles Einsetzen waren die Zwerge an Ichthyo erkrankt. Sie haben es beide
geschafft und sind so groß geworden...Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß
ich damals wirklich zwei 2.5 cm Zwerge gekauft habe. Nachdem ich die NG
kennenlernte, konnte ich mir auch nicht mahr vorstellen, warum ich die im
Laden gekauft hatte...;-)
4. Warten, daß die Pflanzen wachsen
5. Warten auf Pflanzen und Schneckensendungen von NG-Mitgliedern...
6. Warten auf den Ärger, nachdem man Becken Nr. 2 und  3 aufgestellt hat.
usw.
(da kamen noch einige Punkte dazu, als man löcherte!
Die waren:

7.  Warten, daß das Balzen und Paaren der Kaisers endlich Nachwuchs
hervorbringt
8. Warten, daß der Lebensabschnittsgefährte mit dem AQ-Virus angesteckt wird
9. Warten, ob auf dem Kontoauszug genug übrig bleibt, um ein
Großwels-Artenbecken einzurichten...
10. Warten, ob man vielleicht von der Großtante in Amerika ein Haus mit
Anschlüssen für eine Aquarienanlage erbt....)


Lange Rede, kurzer Sinn: Ich sitze vor meinen Becken und freue mich einfach,
weil meine Neons so schön gewachsen sind und kein einziger nach dem Kauf
eingegangen ist (ich hatte mit mindestens 2 gerechnet, weil es hieß, die
Roten Neon wären so empfindlich)
Freue mich über meinen Apfelschneckennachwuchs, auch wenn ich mittlerweile
gelernt habe, daß man die Gelege nicht im Gesellschaftsbecken belassen
sollte...Und man sollte auch unter dem Leuchtbalken nachschauen, ob da nicht
ein zweites Gelege ist...;-)
Ich freue mich über meine drei kleinen Kaisersalmler, die schon kräftig
gewachsen sind und sich lustigerweise zu den Neons gesellt haben.
Und die Freude war auch groß, als ich drei Panzerwelse vermißte und die
zufällig des Nachts erwischte, als ich von einer Weihnachtsfeier kam. Sie
kamen aus der Kokosnußhälfte rausgerobbt...;-)
Und zu guter letzt freue ich mich darüber, meine Eltern mit dem Virus
angesteckt zu haben. Ich fahre jetzt nach München und hole zwei
Antennenwelse für das AQ meiner Eltern...

In diesem Sinne vielen Dank an alle aus der Newsgroup! Ihr habt mit Euren
Postings sehr dazu beigetragen, daß mein Aquaristikstart nicht im GAU
endete!

An guad'n Rutsch aus Bayern und ein fischiges neues Jahr

wünscht Meike



Mit freundlicher Genehmigung von Meike Pape