Häufig gestellte Fragen (FAQ)
© K. Wesemann 2001

zum Thema Technik

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Hier die Fragen:

3.1) Was ist "besser" Osmoseanlage oder Vollentsalzung? (Gehört auch hierhin, finde ich) Neu: die eigene UOA-VE Seite!

3.1.1) Was ist der Unterschied der "Reinwässer" VE, dest. Wasser und Permeat.

3.1.2)  Kann man die fürs AQ verwenden?

3.2) Ein Oxidator ?

3.2.1) Oder lieber 'nen Sprudelstein

3.3) Welcher Bodengrund ist denn nun richtig?

3.4) Wie sieht das mit der CO2 Anlage aus? Elektrisch oder nicht

3.4.1) Braucht man sowas überhaupt?

3.5) Oder Chemisch, oder biologisch, oder was?

3.6) Wie sieht das mit der Deckenbelastung aus?

3.7) pH-Controller

 

 

3.1) Osmoseanlage contra Vollentsalzung

Auch hier gibt es 2 Fronten. Die einen schwören auf die Entsalzeranlage (EA), die anderen auf die Umkehrosmoseanlage (UOA).

Jede hat ihre Vor- und Nachteile, wobei die Funktionsprinzipien grundlegend anders sind:

EA: Hier werden die im Wasser gelösten Ionen an sog. Austauscherharzen, die zum einen mit H+ und zum anderen mit OH- Ionen

"vorgeladen" sind ausgetauscht. d.h. alle positiven Ionen werden gegen H+, alle negativen gegen OH- getauscht.

H+ und OH- geben dann zusammen Wasser (H2O). Somit sind alle Salze durch Wasser getauscht worden.

Die sogenannten "Neutraltauscher" sind für die Aquaristik ungeeignet, da das Wasser nicht entsalzt, sondern nur "Enthärtet" wird. 

Bei diesen Harzen werden nur alle höheren Metallionen (Mg, Ca, Cu usw.) gegen Natrium ausgetauscht . 

das sogenannte "natürliche Ionenspektrum" (also das Verhältnis der Ionen untereinander) wird dadurch verschoben bis zerstört, was einerseits zu

Pflanzensterben oder Fischsterben führen kann; andererseits dem Biotop jedenfalls nicht zuträglich ist.

 

Diese Anlagen werden meist in der Hauptwasserleitung zwischengeschaltet; etwa für die Waschmaschine etc.

 

UOA:  Hier wird das Wasser durch den Leitungsdruck teils an einer Membran vorbei, und teils durch sie hindurch gepresst.

Diese Membran ist aber so fein, dass die Salze nicht durch sie durch passen. Auch andere Stoffe, wie etwa Insektizide und Pestizide werden

 zurückgehalten. Grob gesagt, alles was größer ist als ein Wassermolekül passt nicht durch.

 

Vor und Nachteile:

In den Anschaffungskosten liegen beide "etwa" gleich.

Bei der UOA wird jedoch der meiste Teil des Wassers als Abwasser an der Membran vorbeigeleitet. Das Verhältnis von Brauchwasser (Permeat)

zu Abwasser (Retentat) ist etwa 1:4 (kann je nach Wasserdruck und -temperatur, sowie der Ausgangswasserwerte auch besser sein).

Von 5 Litern Wasser, die durch die Leitung fließen, bleibt also nur ein einziger Liter als Permeat übrig. Das Abwasser kann von Gartenbesitzern

 natürlich noch zum Wässern verwendet werden. In einer Wohnung wird's schwieriger.

Bei der EA ist dies nicht der Fall. Hier gibt's dieses Verlustverhältnis nicht. Hier werden aus 5 Litern Leitungswasser auch 5 L entsalztes.

dafür muss die EA aber "regeneriert" werden, wenn die Austauscherharze keine Ionen mehr tauschen können, weil sie "erschöpft" sind.

Dann haben sie keine H+ bzw. OH- Ionen mehr die sie abgeben können.

In diesem Fall muss man sie mittels Salzsäure bzw. Natronlauge wieder "aufladen" . Viele Leute scheuen aus diesem Grunde die EA, weil sie

nicht mit den Chemikalien "panschen" möchten (sind aber verdünnte Lösungen). Außerdem kosten diese Chemikalien auch Geld.

Sehr deutlich wird der Aufwand, wenn man die "Regenerierungsanleitung" für eine Tauscheranlage liest.

Es gibt eine der Firma Dennerle im Netz. Zu finden hier

Ferner kann die EA keine Stoffe zurückhalten, die nicht als Ionen vorliegen. Also Pflanzenschutzmittel etc.

Durch einen Aktivkohlefilter kann dies aber auch erreicht werden.

Eine UOA arbeitet sehr langsam (sie tröpfelt nur). Eine gute schafft um 120 L Permeat in 24h. Diese Menge schafft eine EA in etwa 2-3 h.

Denkt Euch selber Euren Teil, was nun besser ist.

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1.1.1) Die Reinwässer

Oft wird nach den Unterschieden der Wässer gefragt.

Was denn nun VE heißt usw. Hier mal etwas dazu:

VE ist die Abkürzung für "Voll Entsalztes" Wasser. Also solches, dass über eine Ionentauscherstrecke hergestellt wurde.

Leitwert für VE: zwischen 0,5 und 10 µS/cm (je nach Regenerationszustand der Harze)

Permeat ist das Reinwasser, dass durch eine Umkehrosmoseanlage produziert wird.

Leitwert: je nach Leitungsdruck und Ausgangswasser von <10 bis 50 µS/cm

dest. Wasser (auch sog. Batteriewasser) ist das, was man im Baumarkt o.ä. kaufen kann. 

Sollte theoretisch durch Destillation von Wasser hergestellt werden, und damit einen Leitwert von <1 µS/cm haben.

de facto ist es aber in den allermeisten fällen VE.

 

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1.1.2) Sind die brauchbar?

Für alle 3 gilt: Ja.

der Unterschied besteht nur in der Einsatzart.
VE (wenn es frisch ist) hat zumeist einen hohen CO2 Gehalt, der aus der KH des Einsatzes herrührt. 
Daher muss man es entweder stehen lassen, durchblubbern oder verschneiden mit Leitungswasser.
Permeat und "dest. Wasser" kann sofort eingesetzt werden.

Nur sind VE und Permeat wesentlich billiger als das Wasser aus dem Baumarkt.

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3.2) Ein Oxidator, ist der Sinnvoll?

Kommt auch hin und wieder vor die Frage. Dazu erst mal das Wirkungsprinzip:

In den Oxidatoren  wird Wasserstoffperoxid eingesetzt. Je nach Größe des Gerätes liegt der Anteil an H2O2 bei 3, 6 oder gar 30%. 
Dieses H2O2 zersetzt sich an einem Katalysatorstift, und erzeugt Druck im Vorratsbehälter, der langsam  das restliche H2O2 aus dem Behälter
ins Aquarium drückt.
Dort oxidiert es alle oxidierbaren Stoffe, und gibt beim Zerfall auch reinen Sauerstoff ins Wasser ab.

Nun die Antworten:

Es gibt den einen oder anderen, der solch ein Gerät einsetzt. Die meisten verzichten darauf.
(Ich habe einen kleinen im Zuchtbecken)
Die Geräte oxidieren zwar Nitrit , aber das machen Bakterien auch. 

Das Oxidationspotential (der Redoxwert) wird stark erhöht, was dem einen oder anderen missfällt.
Das "agressive" Oxidationsverhalten des Peroxids (es bildet beim Zerfall sog. Sauerstoffradikale, das sind "halbe O2-Moleküle = Sauerstoffatome),
entzieht den Pflanzen Teile des Nähstoffangebotes (Eisen und Ammonium werden oxidiert).
Unterm Strich : ---------------gekürzt ---------------

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3.2.1. Einsatz eines Sprudelsteines?

Auch hier, wie sollte es anders sein, kontroverse Meinungen in der NG.
Die einen sagen: " Das treibt das CO2 aus" und die anderen " Na und? Sauerstoff ist wichtiger"
Der Einsatz eines Sprudlers während der Nacht ist sicher sinnvoll, wenn der Fischbesatz hoch ist, da die Pflanzen nachts bekanntlich keinen 
Sauerstoff produzieren, sondern ihn sogar teilweise selbst brauchen.
Tagsüber ist meiner (!) Meinung nach der Einsatz nur dann sinnvoll, wenn die Fische Luftmangel haben, um sie schnell wieder normal zu bekommen.
(Originalton d.r.t.a.: Nur komisch, dass beim Einsatz eines dieser verpönten Gerate, die vorher unter der Oberfläche japsenden Fische wieder ruhig im
Becken umherschwimmen.) 

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3.3) Welcher Bodengrund ist richtig?

Was richtig und falsch ist ist wohl noch nicht letztendlich geklärt.
Die NG teilt sich da recht krass in 2 Lager!
Die einen sagen: "Auf jeden Fall Sand", die anderen "Bloß nicht. Nimm Kies 2-3mm"
Die Kiesverfechter schwören auf die "Hohlräume" im Kies, und die Möglichkeit, dass Wasser durchströmt.
Und sie verweisen auf die sich evtl. bildenden Fäulnisstellen.
Die Sandfreunde verweisen eigentlich nur auf die Seite von Norbert Dörre . Dort steht unter "Bodengrund
als Biotopstabilisator" eine ganze Menge dazu.

Ich habe in den "größeren" Becken 2-3mm-Kies, in den Zuchtbecken jeweils Sand. (weil ich dort Panzerwelse züchte)
Funktioniert beides.
Ich denke auch mal, dass das so ne Art Glaubensfrage ist.

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3.4) Druckgasanlage oder elektrisch

In der NG tauchen immer wieder fragen auf, ob die elektrisch arbeitenden Anlage eines Anbieters mit "Z" zur CO2-Anreicherung auch etwas taugen.
Auch hier sieht's aus, wie beim Essen; die einen finden es gut die anderen weniger.
Auch wurde diese Anlage im Grünen Brett der Firma Dennerle behandelt, und ein "Artikel" auf deren HomePage dazu verfasst (der aber recht schnell wieder
verschwand)  "Z" bezog dann auch Stellung dazu.
HIER ein Dokument , wo beide Stellungen nachzulesen sind.
Lesen, Meinung bilden und dann Entscheiden. Es gibt sowohl positive als auch negative Meldungen in der NG dazu.
Auch eine Druckgasanlage hat ihre Nachteile.
Es muss ein Druckminderer besorgt werden, alle 10 Jahre TÜV auf die Flasche, große Flaschen (1, 2 und mehr kg) sind beim Nachfüllen fast genauso
 teuer wie kleine. (350g, 500g), die Berstsicherung kann rausfliegen..............etc.
Allerdings kann man ja auch mit Bio-CO2 arbeiten (siehe übernächster Abschnitt)

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3.4.1) Über die Notwendigkeit der CO2-Dosierung

gelegentlich tauchen Fragen auf, über den Sinn oder Unsinn von CO2-Dosierung.

tja, da kann man natürlich wieder mal auf die WasserFAQ und die Problematik Fische-CO2-Atmung  verweisen.
Allerdings wurde das Thema sehr gut in der Newsgroup erklärt:

ab einer bestimmten Menge Licht und Pflanzenmenge, zu denen ich hier mal
auch die Algen zählen will, wird dermaßen viel CO2 verbraucht, daß es
zwangsmäßig zur biogenen Entkalkung kommt, wenn nicht künstlich CO2
zugeführt wird. Bei der biogenen Entkalkung entziehen die Pflanzen den
Hydrogencarbonaten den Kohlenstoff. Dieser Vorgang ist stark basisch,
mit der Folge, daß der pH-Wert extrem (>>9) ansteigt.

Ohne CO2-Anlage kommt man wohl nur dann aus, wenn man den CO2-Verbrauch
auf die Menge begrenzt, die von Bakterien und Fischen produziert wird.
Demnach funktioniert HQI (ich denke mal 2x150W?) und der damit
einhergehend starke Pflanzenwuchs ohne CO2-Anlage ganz bestimmt nicht.
Würde man bei starker Beleuchtung weniger Pflanzen einsetzen, um auf
diese Art den CO2-Verbrauch zu reduzieren, würden sich wohl die Algen
freuen.

Reduziert man die Beleuchtung, kommt man sicher auch ohne CO2-Anlage
aus. Allerdings sollte man hierbei auch berücksichtigen, daß der
Pflanzenwuchs recht nachläßt, und damit auch der Verbrauch an
Nährstoffen und somit die Konkurrenz zu Algen. Man kann sicher nicht
dieselbe Menge Fisch in einem rel. schwach beleuchteten Aquarium halten
wie in einem Starklichtaquarium. Fische wollen gefüttert werden und das
Futter erzeugt eine Schadstofffracht, für die es auch ausreichend
Sauerstoff braucht, um abgebaut zu werden

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3.5) Chemisch und  biologisch arbeitende CO2-Anlage

Chemisch  wird aus einer Zitronensäurelösung und einem (Hydrogen?)Carbonat Kohlendioxid ausgetrieben, und ans Wasser abgegeben.
Die Meinung ist recht eindeutig dazu:  --------------- gekürzt -------------
Biologisch arbeitend bedeutet durch Alkoholische Gärung (Feuerzangenbowle lässt grüßen). Hierbei wird durch Hefe ein Zucker in Alkohol "vergoren". 
Als Nebenprodukt entsteht CO2.

Das gibt's fertig zu kaufen (Fma. Dennerle), kann man aber auch selber bauen, bzw. nachfüllen.
Dazu gibt's die verschiedensten Systeme. einerseits mit Zuckerlösung in einer Colaflasche plus Trockenhefe. 
Andererseits mit Zucker/Gelatine-Gemisch in einer erschöpften Nachfüllflasche usw usw.
Soll wohl für die meisten Becken ausreichen. 

Hier sind einige Links mit Rezepten und/oder Bauanleitungen
1    2    3    4    5

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3.6) Die Deckenlast, die ein Becken verursacht

Hin und wieder tauchen fragen auf, wie schwer so ein Becken ist, und ob es die Decke aushält.

Dazu gibt's bei Olaf Deters eineine Abhandlung mit Onlineberechnungstool. 

Besser kann und will ich's hier auch nicht machen

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3.7) Die Sache mit dem pH-Controller

Öfters wird nach dem Sinn, Zweck und der Anwendung eines pH-Controllers gefragt (In letzter Zeit jedenfalls, Weihnachten naht scheinbar) dazu kann man folgendes sagen:

Funktionsprinzip ist folgendes: Über eine elektronische pH-Wertmessung, wird ein Regelventil angesteuert. Dieses regelt dann die Zugabe eines Stoffes 
(im Normalfall ist das dann CO2). 
Als Beispiel: Die Regelung ist auf einen Bereich von pH 6,5 bis 6,8 eingestellt. Dann öffnet das Regelventil bei einem Wert überhalb von 6,8,  CO2 wird zugegeben, und der pH-Wert sinkt.

Andersherum das selbe: sinkt der pH-Wert unter 6,5 schaltet das Ventil ab, CO2 kommt nichts mehr dazu, und der pH Wert wird steigen, weil die Pflanzen CO2 verbrauchen.
Das birgt aber ein paar Probleme:

1) sollte man das Wort pH-Controller nicht falsch interpretieren. Eigentlich sollte dadurch der CO2-Gehalt konstant gehalten werden, dessen Messgröße allerdings die pH ist.

siehe dazu auch die WasserFAQ und die Problematik Fische-CO2-Atmung

2) ist die Messsonde stets zu kalibrieren, da Falschmessungen dabei auch zu verspätetem Ein- bzw. Ausschalten führen. Ist aber unterm Strich auf jeden Fall besser als ungeregelt.

3) sind die Dinger sauteuer.

Man sollte dabei nicht die natürlichen Biotope aus den Augen verlieren. Südamerikanische Wässer sind ziemlich sauer. Salmler usw. sollten auch in saurem Wasser gehalten werden.
Dieses saure Wasser kann man zwar durch gnadenlose CO2 Zugabe erhalten, aber dann liegt der CO2 Gehalt auch jenseits von Gut und Böse.
In der Natur sind diese sauren Wässer auch alle sehr weich und mineralarm; somit reicht eine moderate Zugabe von CO2 aus (etwa 20mg/L).

Olaf Deters hat auf seiner Seite einige natürlich Biotope gelistet. Seeehr interessant!
Knallharte Wässer (wie die ostafrikanischen Seen) sind auch recht alkalisch. Aber auch dafür gibt es Pflanzen!

 

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