Wasserwechselintervalle und -mengen

Oft stellen sich (angehende) Aquariander die Frage, ob es besser ist, viele kleine Wasserwechsel durchzuführen als einen großen.

Dazu mal folgendes Rechenbeispiel:
Das Ausgangswasser enthalte 20mg/l Nitrat, da die Rechnung aber allgemein für Stoffe gilt, die sich anreichern (oder abbauen), nenne ich es im weiteren Verlauf einfach Siff. In einem mittel besetztem AQ soll sich der Siff pro Woche um 25% (Faktor 1.25) anreichern, Wasserwechsel sollen im Fall1 wöchentlich mit 25% durchgeführt werden, im Fall2 vierzehntägig mit 50%. Die beiden Fälle sind so berechnet, dass der Wasserverbrauch gleich ist.
Dann ergibt sich im Verlauf des Jahres folgendes Bild:

Wasserwechselintervalle und Mengen

Mit vielen, kleinen Wasserwechseln, wie sie oft propagiert werden, bietet man den Fischen ein Biotop, in dem sich nicht allzuviel ändert; die Stressfaktor sprunghafte Wasserparameter wird also minimiert. Nur: um effektiv Dreck aus dem Aquarium zu holen, sind große Wasserwechsel besser geeignet, auch wenn es nicht so viele sind: der 14-tägige WW mit 50% bringt einen niedrigeren Siff-Level als der wöchentliche mit 25%.

Nun sind aber die Kurven stark vom Siff-Vermehrungsfaktor, weniger vom Leitungswasserwert, abhängig. Das bedeutet, man sollte versuchen, mit Besatz, Pflanzen und passender Filterung/Bodenkultur diesen Faktor nahe 1 zu bekommen. Die erfolgreichen Altwasser-Aquarianer haben dies (fast) geschafft.


Und hier könnt ihr mal selbst ein bisschen vergleichen:

Siff- Leitungswasser (5-50):
Siff- Vermehrung (-100 - 100):% pro Woche

WW 1: wöchentl. 14-tgl. monatl. Menge (5-85): %

WW 2: wöchentl. 14-tgl. monatl. Menge (5-85): %