Die Filmmusik zu Ridley Scotts 1492 - Conquest of Paradise, einem Film über Columbus, ist eine von Vangelis' besten
Alben. Die Sturm- und Drangzeit von Heaven and Hell ist beendet, und ein reifer Vangelis zeigt sein ganzes Können.
Nach dem Opening, das wie die Vorspeise bei einem guten Menu zur Hauptspeise überleitet, erscheint die
boleroähnliche Titelmelodie, mit Chor, Klavier und Orchester, die in das meditative Monastery of Rabida
übergeht, welches von gebrochenen Dreiklängen beherscht wird.
(Bitte schlagt mich nicht tot, wenn ich Flamenco und Bolero durcheinanderwerfe,
unser Musikunterricht war damals unter aller Sau.)
City of Isabel ist eins der schwächeren Stücke auf dieser CD, hört sich wie mittelalterliches
Larifari an.
Light and Shadow bietet wieder starke Chorgesänge, Vangelis hat hier keine Angst vor Disharmonien, die im Gegensatz
zu früheren Werken in einer erträglichen Zeit aufgelöst werden.
Deliverance bietet Gitarrenläufen mit einer improvisierten, ruhigen Melodie, die mit einer dramatischen Moll-Tonleiter
aufwärts gipfelt.
Das etwas melancholische West across the Ocean Sea vermittelt den Eindruck einer ruhigen See, auf der man wegen Mangel
an Wind allerdings nicht weiterkommt.
In Eternity eingeflochten sind folkloristische Klänge, diese Stück scheint aus symphonischen Gründen
eingeflochten zu sein, denn den nötigen Wind zum Segeln gibt es klanglich in Hispanola.
Das Thema von Moxica and the Horse erinnert an ein Pferd, was über den Strand galoppiert, obwohl es im Film in einer
anderen Szene verwendet wurde (frischer Wind in den Segeln).
In Twenty Eight Parallel wurde die Titelmelodie zu einem wunderschönes Klavierstück umgearbeitet,
mein persönlicher Lieblingstrack auf der CD. Es geht nahtlos über in Pinta, Nina, Santa Maria, dessen
Haupmelodie durch eine singenden Säge dargestellt wird. (Sollte die auf einem Synthesizer entstanden sein,
muß Vangelis ein außerordentliches Feingefühl entwickelt haben.) Mit einer Aufnahme von Eternity endet
dann das Album.
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